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unilogo Universität Stuttgart
Verfahrenstechnik

Aufbau des Diplomstudiengangs

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Ziel des Studiums ist es, ein breites Grundlagenwissen zu vermitteln und in individuell zu wählenden Schwerpunkten zu vertiefen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen für eine technisch-wissenschaftliche Berufstätigkeit in allen Industriezweigen, in denen Verfahrenstechnik angewandt wird.

StrömungVerfahrensingenieure/-ingenieurinnen stützen sich bei ihrer beruflichen Tätigkeit auf Kenntnisse in Mathematik, Physik, Chemie, Datenverarbeitung und auf das Spezialwissen ihres Fachgebiets. Sie müssen wirtschaftlich denken und die für ihr Fachgebiet gültigen rechtlichen Normen und Grundsätze kennen. Sie müssen Gefahren, die für Mensch und Umwelt durch die Technik ausgehen können, erkennen und im Rahmen ihres Aufgabengebiets minimieren. Diese Vielfalt der Berufsaufgaben von Verfahrensingenieuren/-ingenieurinnen spiegelt sich in dem umfangreichen Angebot an Lehrveranstaltungen wider.

Das Studium ist gegliedert in

  • das Grundstudium, das vier Semester umfasst und mit der Diplom-Vorprüfung abschließt und
  • das Hauptstudium, das ca. fünf Semester umfasst und mit der Diplomprüfung endet.
Während des Grundstudiums werden die naturwissenschaftlichen Grundlagen gelegt. Dazu werden Vorlesungen, Übungen, Praktika und Seminare in den unten links aufgeführten Fächern angeboten. Diese sind Voraussetzung für die spätere Arbeit in Forschung, Entwicklung und Betrieb.Mechanik

Im Hauptstudium wird das verfahrenstechnische Grundwissen in den Pflichtfächern (unten Mitte) erweitert. Danach bietet sich jedem die Möglichkeit, seine Ausbildung individuell zu gestalten. Entsprechend den Neigungen, Interessen und Fähigkeiten jedes Einzelnen können verschiedene Bereiche der Verfahrenstechnik vertieft werden. Dazu bietet die Fakultät Verfahrenstechnik die unten rechts aufgeführten Vertiefungsfächer an, aus denen für das Hauptstudium zwei ausgewählt werden müssen. Den Abschluss des Studiums bilden die Studien- und die Diplomarbeiten. Hier werden die erworbenen Fähigkeiten genutzt, um konkrete verfahrenstechnische Probleme weitgehend selbständig zu lösen.
 

Grundstudium

4 Semester

Hauptstudium

5 Semester

Pflichtfächer
evtl. Auslandssemester
2 Vertiefungsfächer
Industriepraktikum
Studienarbeit
Diplomarbeit
 

  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie
  • Konstruktionslehre
  • Technische Mechanik
  • Technische Thermodynamik
  • Elektrotechnik
  • Informatik
  • Strömungsmechanik
  • Werkstoffkunde
Pflichtfächer
  • Regelungstechnik
  • Messwerterfassung und -verarbeitung
  • Wärme- und Stoffübertragung
  • Chemische Verfahrenstechnik und Prozesstechnik
  • Mechanische Verfahrenstechnik
  • Thermische Verfahrenstechnik
  • Apparate- und Anlagentechnik
Vertiefungsfächer

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Vertiefungsfächer:

  • Download der Vertiefungsfachbroschüre (Übersicht über alle Vertiefungsfächer)
  • Apparate- und Anlagentechnik

    Aufgabe der Apparat- und Anlagentechnik ist es, die technischen Einrichtungen und Systeme zu schaffen, mit denen chemische, biologische oder physikalische Verfahren zur Gewinnung, Herstellung oder Beseitigung von Stoffen oder Produkten durchgeführt werden. Dazu sind Anlagenteile wie Apparate, verfahrenstechnische Maschinen und Rohrleitungssysteme zu berechnen und zu konstruieren sowie gesamte verfahrenstechnische Anlagen zu konzipieren und zu projektieren. Das Vertiefungsfach Apparatebau und Anlagentechnik umfasst Lehrveranstaltungen der Apparatekonstruktion, der Anlagentechnik, der mechanischen, thermischen, chemischen und biologischen Verfahrenstechnik, der Informationstechnik und der Umwelttechnik. Dabei ist es das Ziel, die Studierenden an die Lösung technischer Probleme exemplarisch heranzuführen und das bisher erworbene Fachwissen auf das konstruktive Auslegen von Anlagenteilen und auf das Projektieren, Gestalten, Bauen, Betreiben und Optimieren von verfahrenstechnischen Anlagen anzuwenden.
     

    Biomedizinische Verfahrenstechnik

    Die Lehrveranstaltungen im Vertiefungsfach Biomedizinische Verfahrenstechnik sollen die/den Studierende(n) in die Lage versetzen, das im Rahmen des Studiums der Verfahrenstechnik erworbene Wissen auf komplexe lebende Organismen anzuwenden. Solche können als Reaktoren betrachtet werden, in welchen ein kontrollierter Stoffaustausch und -umsatz abläuft und in welchen die dazu notwendigen Mess- und Regeleinrichtungen integriert sind. Erforderlich dazu sind grundlegende Kenntnisse über die Funktion lebender Organismen und die Anwendung technischer Verfahren für Diagnose und Therapie.


    Bioverfahrenstechnik

    Bioverfahrenstechnik ist einerseits ein Teilgebiet der Biotechnologie, da sie in Kooperation mit den naturwissenschaftlichen Disziplinen der Mikrobiologie, Biochemie, Molekular- und Zellbiologie sowie der Genetik mitwirkt, das Potential lebender Zellen im Rahmen technischer Verfahren und industrieller Produktion zu nutzen. Die Bioverfahrenstechnik ist andererseits aber auch ein Teilgebiet der Verfahrenstechnik, denn sie befasst sich mit der Anwendung chemischer, mechanischer Grundverfahren der Stoffwandlung und -behandlung in biotechnologischen Prozessen sowie mit Entwicklung, Planung, Bau und Betrieb technischer Anlagen zu deren Durchführung.

    Die interdisziplinäre Arbeitsrichtung spiegelt sich in den angebotenen Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfachs wider. Diese umfassen sowohl die zur Verfahrenstechnik komplementären naturwissenschaftlichen Gebiete der Mikrobiologie und Biochemie, wie Vertiefungsmöglichkeiten in den bioverfahrenstechnischen Spezialvorlesungen. Im Vertiefungsfach werden ferner Lehrveranstaltungen in ausgewählten verfahrenstechnischen Spezialdisziplinen angeboten.


    Chemische Verfahrenstechnik

    Das Vertiefungsfach Chemische Verfahrenstechnik umfasst Lehrveranstaltungen zu praktischen Problemen und theoretischen Grundlagen aus den Bereichen Chemische Reaktionstechnik und Physikalisch-chemische Verfahrenstechnik einschließlich Strömung, Wärme- und Stoffaustausch. Anwendungsgebiete sind die Prozesse der Chemischen Industrie, die Bioverfahrenstechnik und in zunehmendem Maß der Umweltschutz im Produktionsbereich. Vom Methodischen stehen sowohl die Technik der mathematischen Modellbildung und Rechnersimulation als auch die experimentellen Techniken im Vordergrund.

    Energieverfahrenstechnik

    Das Vertiefungsfach Energieverfahrenstechnik ist anwendungstechnisch orientiert. Es betrifft die Bereitstellung thermischer energie für verfahrenstechnische Prozesse bei unterschiedlichem Temperaturniveau. Dabei spielt die Auslegung von Apparaten zur Wärmeübertragung sowie deren stationäres und instationäres Verhalten eine wichtige Rolle. Gegenstand des Vertiefungsfaches sind ferner Elemente der Kraftwerkstechnik für die Bereitstellung von Hochtemperaturwärme sowie Grundlagen und anwendungen kältetechnischer Verfahren für Prozesse bei tiefen Temperaturen. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den zukünftigen Verfahrensingenieur in die Lage zu versetzen, Aufgaben der Bereitstellung und Abfuhr von Wärmeenergie in der verfahrenstechnischen Industrie erfolgreich zu bearbeiten.

    Kunststoffkunde

    Das Vertiefungsfach Kunststoffkunde umfasst Lehrveranstaltungen auf dem Gebiet der Werkstoffkunde der Kunststoffe, Verbundwerkstoffe und keramischen Werkstoffe. Aufbauend auf praxisnahe Grundlagenvorlesungen werden die Themengebiete Konstruktion von Bauteilen, zerstörende und zerstörungsfreie Prüfung von Werkstoffen und Bauteilen sowie Umweltprobleme bei der Fertigung und beim Einsatz von Kunststoffen behandelt. Im Rahmen von Praktika werden Erfahrungen mit modernen Werkstoffprüfeinrichtungen und -verfahren gesammelt. Ergänzt wird die fachbezogene Ingenieurausbildung durch Veranstaltungen, die in der späteren Berufspraxis wertvolle Fähigkeiten vermitteln (Rhetorik für Ingenieure und Systematik der Produktentwicklung).

    Kunststofftechnologie

    Das Fachgebiet Kunststofftechnologie behandelt umfassend die Kunststoffaufbereitung, die Kunststoffverarbeitung sowie das Recycling von Polymerwerkstoffen. Analysiert werden alle wesentlichen Ur- und Umformverfahren, Fügetechnologien und Beschichtungsverfahren zur Herstellung von Formteilen und Halbzeugen aus Thermoplasten, Duroplasten und Elastomeren. Zur Durchführung dieser Verfahren werden Aggregate, Werkzeugsysteme und Produktionslinien benötigt, für deren Konzipierung, Projektierung und konstruktive Durchgestaltung die Kunststofftechnologie die erforderlichen Grundlagen bereitstellt. Die Entwicklung von Prozessführungskonzepten sowie die Automatisierung von Verarbeitungsverfahren bilden weitere Arbeitsschwerpunkte der Kunststofftechnologie.

    Das Vertiefungsfach Kunststofftechnologie umfasst neben den kunststoffaufbereitungs- und kunststoffverarbeitungstechnisch orientierten Vorlesungen auch Lehrveranstaltungen zur Rheologie und Rheometrie hochpolymerer Werkstoffe, zum strukturellen Aufbau dieser Materialien sowie zur Entwicklung von Formteilen aus Kunststoffen. Weitere wichtige Vorlesungen haben die Modellierung und Simulation kunststofftechnologischer Prozesse zum Gegenstand, welche in Kombination mit den rechnergestützten Projektierungsübungen zu sehen sind.


    Lebensmitteltechnik

    Die Lebensmitteltechnik befasst sich mit den Verfahren und technischen Einrichtungen zur Behandlung und Umwandlung biologischer Rohware pflanzlicher und tierischer Herkunft zu genussfertigen Lebensmitteln. Dabei werden die in der Verfahrenstechnik bekannten Grundvorgänge und Methoden angewandt, wobei zu beachten ist, dass die ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltsstoffe wenig geschädigt werden und die Lebensmittel in toxikologischer und hygienischer Hinsicht den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Ziel des Vertiefungsfaches ist es, die vielfältigen Aufgaben der Verfahrenstechnik in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie - einem bedeutenden Wirtschaftszweig - sowohl als Übersicht als auch in exemplarischer Vertiefung darzulegen. Zum Verständnis der Anforderungen an Lebensmittel werden die mikrobiologischen, chemischen und lebensmittelrechtlichen Grundlagen der Lebensmitteltechnologie behandelt. Dazu kann Einblick in eine spezielle Lebensmitteltechnologie genommen werden. In Form einer Ringveranstaltung wird ein breiter Überblick über lebensmitteltechnologische Prozesse und Analysenmethoden gegeben. Veranstaltungen aus der Maschinen- und Apparatetechnik sowie der Verfahrens- und Biotechnik betonen die technische Durchführung von Grundvorgängen und Gesamtverfahren.

    Technische Mechanik und Strömungslehre

    Im Vertiefungsfach Technische Mechanik und Strömungslehre werden Vorlesungen aus den Bereichen der Analytischen Mechanik, der Schwingungen und der Optimierung angeboten. Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen, der mathematischen Modellbildung und der Rechnersimulation.

    Mechanische Verfahrenstechnik

    Im Rahmen des Vertiefungsfaches "Mechanische Verfahrenstechnik" sollen die in der Pflichtvorlesung "Grundlagen der Mechanischen Verfahrenstechnik" vermittelten Kenntnisse weiter vertieft werden. Dabei werden vor allem die physikalischen Grundlagen der vier Grundoperationen der Mechanischen Verfahrenstechnik, nämlich das Trennen, Mischen, Agglomerieren und Zerteilen näher betrachtet und wichtige technische Anwendungen dieser Prozesse vorgestellt. Weiterhin erfolgt eine Vertiefung der strömungsmechanischen Grundlagen aus dem Vordiplom in Bezug auf mehrphasige Strömungen und zur Modellierung und Simulation von Strömungsvorgängen. Die Vermittlung zeitgemäßer Messtechniken, vor allem in der Strömungs- und Partikeltechnik, rundet das Vorlesungsangebot ab.

    Regelungstechnik und Systemdynamik

    In dem Vertiefungsfach Regelungstechnik und Systemdynamik können die Schwerpunkte Regelungstechnik oder Systemdynamik gewählt werden. Ziel des Schwerpunktes Regelungstechnik ist die Vermittlung fundierter Kenntnisse auf dem Gebiet der verfahrenstechnischen Prozessführung und -regelung, die über die Inhalte der Vorlesung "Regelungstechnik I" hinausgehen. Der Student wird mit den Grundlagen und der Anwendung moderner Methoden der Regelungstheorie (optimale Regelungen, nichtlineare Regelungen, Mehrgrößenregelungen, adaptive Regelungen, Regelungen von Systemen mit verteilten Parametern) vertraut gemacht. Im Schwerpunkt Systemdynamik steht die mathematische Modellbildung, dynamische Analyse und Simulation im Vordergrund.

    Textiltechnik

    Im Rahmen des Vertiefungsfachs Textiltechnik werden Lehrveranstaltungen angeboten, in denen die technologischen Grundlagen für die Herstellung textiler Produkte behandelt werden. Da die textile Verfahrenstechnik unzertrennbar mit Fragen des Rohstoffes wie der Maschinenkonstruktion verbunden ist, bilden neben der textilen Verfahrenstechnik auch die Faserstoffkunde und die Konstruktion von Textilmaschinen Schwerpunkte des Lehrangebotes. Die hochautomatisierte deutsche Textilindustrie fertigt bereits zu 25% Technische Textilien; deshalb werden Konstruktion und Eigenschaften Technischer Textilien besonders intensiv behandelt. Die Fülle de Stoffe zwingt zur Konzentration auf die Grundlagen. Die mehr praxisorientierte einführung in die Textiltechnik erfolgt im Rahmen eines Praktikums, das am Institut in Denkendorf durchgeführt wird. Exkursionen tragen mit dazu bei, das Bild abzurunden.

    Thermische Verfahrenstechnik

    Das Vertiefungsfach Thermische Verfahrenstechnik enthält Lehrveranstaltungen zur Erweiterung der Kenntnisse in der Thermodynamik, der Wärme- und Stoffübertragung und der Thermischen Verfahrenstechnik. Nützlich sind diese Kenntnisse in praktisch allen Bereichen der Verfahrenstechnik, in denen thermische Energie eingesetzt wird. Als Beispiele mögen dienen: die Prozesse der Chemischen Industrie, die Tieftemperaturtechnik, die Kälte- und Klimatechnik sowie die Energietechnik.

    Umwelttechnik

    Das Vertiefungsfach Umwelttechnik enthält Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Bereichen der Verfahrenstechnik, so dass sie breite Kenntnisse aus den Pflichtvorlesungen voraussetzen. Dabei werden Grundlagen und Anwendungsbeispiele sowohl zur Entfernung von gebildeten Schadstoffen aus verfahrenstechnischen Prozessen sowie auch zur Verringerung von deren Bildung vermittelt. Im Rahmen eines Praktikums werden verschiedene Verfahren zur Analyse und Abscheidung von Schadstoffen vorgestellt.
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